Anzugsdrehmoment Radbolzen
In den technischen Unterlagen werden 80 Nm angegeben (auch in der Betriebsanleitung). Für die Alus ist das klar. Gilt das auch für die Stahlfelgen, oder sind diese stärker anzuziehen?
Gruß
Matthias
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Matthias, ich denk mal, umgekehrt wird der Schuh draus: Alle Angaben gelten natürlich für die Serienausstattung, nämlich Stahlfelgen!
Der Jugend sei erzählt (und den Anderen in Erinnerung gerufen...), dass sich Alufelgen erst Mitte/Ende der 70er überhaupt verbreitet haben.
Welches Anzugsmoment die Fuchsfelgen benötigen, entzieht sich meiner Kenntnis.
Grüße aus dem Taunus!
Ralf, die Alus gab's beim Ro schon in den 60ern. Zumindest finde ich sie in einer Preisliste, die ab 1.4.69 gültig ist. Unser damaliger Ro hatte allerdings keine.
Unabhängig davon werden noch heute bei den Reifenhändlern Alus immer nach Herstellervorschrift angezogen. Stahlfelgen werden i.d.R. immer mit dem Schlagschrauber angeknallt.
Bist Du Dir also sicher, daß die Stahlfelgen mit 80 Nm angezogen werden sollen und die Alus mit einem höheren Wert? Oder die Alus mit einem noch viel niedrigeren?
Gruß
Matthias
Ich weiß. Deshalb hatte ich 'verbreitet' geschrieben.
Was wohl nicht so ganz vorschriftsmäßig ist...
Ja, absolut!
Ja, absolut!
Danke für die Info.
Das müßte dann aber bedeuten, daß die Alus mit weniger als 80 Nm angezogen werden? Oder liege ich völlig falsch in der Annahme, daß Alus immer "vorsichtiger" angezogen werden müssen als Stahlfelgen? Ich bin morgen auf der Retro Classics. Vielleicht läßt sich das Thema dort (neben anderen) diskutieren...
Gruß
Matthias
Ich habe heute auf der Retro Classics mit Danny Marquardt gesprochen:
Wie Ralf schon klar sagte, werden die Stahlfelgen mit 80 Nm angezogen.
Der gleiche Wert gilt auch für die Alus.
Gruß
Matthias
Also gut, ich akzeptiere das einmal als "richtig". Aber:
Ein Leben lang zieht man die Dinger nach Gefühl an, hat nie ein Problem, und plötzlich muss man sich um Nm Gedanken machen. Dieter Korp empfahl dem Hubkolben-nutzenden Hobbyschrauber in den 70ern, die Radschrauben alle 15 Tkm zu lösen und wieder festzuziehen, damit sie nicht festrosten. Ein Drehmomentschlüssel war in seinen Werkzeugempfehlungen nicht enthalten und es gab auch keine Nm-Angabe. Ich vermute, dass das Hunderttausend- bis Millionenmal "irgendwie" gemacht wurde.
Im gemischten Rep-Leitfaden von VAG von 1979 findet man folgende Werte (in dieser Reihenfolge - sorry):
K 70: 90 Nm
Audi 100: 110 Nm (entspricht der BA: 11 kpm)
RO 80: 75...80 Nm
Kann mir mal ein Maschinenbauer erklären, warum etwa gleich lange, jeweils mit Kugelbund versehene Radbolzen bei den Stahlfelgen eines Audi 100 mit 110 Nm angezogen werden müssen, der Ro 80 aber auch mit 80 (oder gar 75 s.o.) Nm auskommt, während der K 70 mittelmäßige 90 Nm benötigt? Oder haben die Kugelbünde alle unterschiedliche Radien und die Längen der Schrauben bzw. die resultierenden Dehnungswege sind ganz unterschiedlich? Die Materialpaarung scheint ja keine entscheidende Rolle zu spielen. Güte der Schrauben unterschiedlich? Felgen so unterschiedlich konstruiert? Oder ist der jeweils angegebene Wert vielleicht nach Gusto entstanden?
Ist vielleicht nicht die wichtigste aller Fragen, aber vielleicht lernen wir was.
Gruß
Holger
Kann mir mal ein Maschinenbauer erklären, warum etwa gleich lange, jeweils mit Kugelbund versehene Radbolzen bei den Stahlfelgen eines Audi 100 mit 110 Nm angezogen werden müssen, der Ro 80 aber auch mit 80 (oder gar 75 s.o.) Nm auskommt, während der K 70 mittelmäßige 90 Nm benötigt? Oder haben die Kugelbünde alle unterschiedliche Radien und die Längen der Schrauben bzw. die resultierenden Dehnungswege sind ganz unterschiedlich? Die Materialpaarung scheint ja keine entscheidende Rolle zu spielen. Güte der Schrauben unterschiedlich? Felgen so unterschiedlich konstruiert? Oder ist der jeweils angegebene Wert vielleicht nach Gusto entstanden?
Auf diese Frage - zugegeben schlichter formuliert - wollte ich im alten Forum auch mal hinaus. Vielleicht kommen wir der Sache hier näher. Das würde mich auch sehr interessieren.
Gruß
Matthias
Hallo Leute
zieht die Alu und Stahlfelgen doch einfach mit 80 Nm an, dann ist alles o.K.
Es kommt bei Anzugsmomenten immer auf den Verband an, d.h. in diesem Falle Felge und Nabe sowie die Materialien. Aufgrund gerissener Alufelgen wurde das Anzugsmoment auf einen noch ausreichenden Wert reduziert, Aufgrund dieser Risse gab es auch verschiedene Materialstärken bis man draufgekommen ist, dass die Alufelgen meist zu stark angezogen wurden, denn "wer hat schon einen Drehmomentschlüssel" und meistens ist das händische anziehen schon zuviel, deshalb befindet sich im Bordwerkzeug auch nur ein etwas kurzer Radschraubenschlüssel
Grüße aus dem sonnigen Süden
Andreas
Vollkommen richtig. Ein Anzugsmoment über 80Nm kann für die Fuchs-Alus tödlich sein. Die letzte Ausführung hält zwar ein bisschen mehr aus als die vorherigen Ausführungen, aber auch bei der letzten Ausführung können sich Risse bilden. Persönlich hatte ich schon mal ein Schlachtauto, da waren alle vier Alufelgen der letzten Ausführung gerissen! Beim Lösen der Schrauben war mir auch gleich klar, warum
Im Umkehrschluss kann man sagen, die dünnen Alufelgen der ersten Serie machen niemals Probleme, wenn man immer das Anzugsmoment beachtet.
Gruß
Andreas
Andreas Meyer, 2. Vorsitzender, Ro 80 Club Deutschland e.V. - Verein für Kreiskolbentechnik